Dienstag, 2. April 2019

Zinsen bleiben niedrig - für wen lohnt ein Hauskauf?

Eigenheim oder Eigentumswohnung? Foto: STADTHOUSE IMMOBILIEN
Der Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung wird in Zeiten niedriger Zinsen von immer mehr Menschen geträumt. Damit er nicht zum Albtraum wird, auf den ein böses Erwachen folgt, sollte man allerdings kein Träumer sein. Hier gilt es, die persönlichen und finanziellen Umstände sowie den Bau- und Wohnungsmarkt einer genauen Prüfung zu unterziehen und realistisch einzuschätzen. Es ist die derzeitige Zinspolitik der europäischen Zentralbank, die gerade für Sparer ärgerlich ist, sie verunsichert und viele von ihnen animiert, nach alternativen Möglichkeiten zu suchen um ihrem Vermögen nicht länger beim sukzessiven Abschmelzen zusehen zu müssen. Aktuell sieht es so aus, als ob kein finanzpolitischer Klimawandel in Sicht ist. Ausweg könnte der Kauf von Aktien sein, mit dem sich Viele hierzulande aber noch schwer tun oder eben, den niedrigen Zinssatz zu nutzen um mit Immobilienerwerb das Beste aus der Situation zu machen. So sieht man auch im Norden Deutschlands derzeit viele Baustellen und Kräne, es wird gebaut wie schon lange nicht mehr.
Doch nicht für alle die jetzt einen Hauskauf erwägen oder eine Eigentumswohnung kaufen wollen ist dieser Schritt zu empfehlen. Grundsätzlich gilt: Wer sich bisher keine Immobilie leisten konnte kann es auch trotz der derzeitigen Zinslage nicht. Was man bei den Zinsen einspart setzt man nämlich leicht bei den durch die Nachfrage gestiegenen Grundstücks- und Immobilienpreisen wieder zu, so dass am Ende kein wirklicher positiver Effekt entsteht. Ganz wichtig, noch vor der Frage der Finanzierung, ist es, die eigene Lebensrealität zu überdenken. Dazu gehört die berufliche Situation, ist diese auf längere Zeit gesichert, ist ein Ortswechsel auszuschließen. Privat sollte man sich mit seinem Partner genau absprechen, hat man ähnliche Erwartungen an die Zukunft, sind noch Kinder geplant, was ist bei nichtehelichen Gemeinschaften zu beachten. Will man ein fertiges Haus beziehungsweise eine Wohnung erwerben oder ein Grundstück kaufen und selbst bauen. Hat man im letzteren Fall vor, die Kosten durch Eigenleistung verringern. Auch kann man es sich zur Gewohnheit machen, den Immobilienmarkt zu beobachten, möglichst viele Grundstücke, Häuser und Wohnungen ansehen um ein Gefühl für deren Wert zu bekommen. Nicht aus dem Bauch heraus handeln. Checken sie die Lage, das Umfeld, die Anbindung. Nur ein Beispiel: Wenn zwei oder mehr Leute mit verschiedenen Autos täglich über Jahre eine weitere Strecke zur Arbeit fahren müssen, kann es durchaus ökonomisch sinnvoller sein, das teurere aber näher gelegene oder besser angebundene Objekt zu bevorzugen. Wenn man alles das bedacht hat und eine passende Immobilie ins Auge gefasst, kann man über die Finanzierung nachdenken. Was kann man sich leisten, wie viel kann mit Eigenkapital gedeckt werden, kommen Fördermöglichkeiten oder Zuschüsse, zum Beispiel Baukindergeld, in Betracht. Hier ist eine Immobilien-Kaufberatung meist vorteilhaft, um einen umfassenden Überblick zu erhalten. Holen Sie immer mehrere Immobilien Angebote ein.
Generell kann man sagen, dass eine langfristige Zinsfestschreibung der Immobilienfinanzierung empfehlenswert ist. Trotz aller Prognosen lässt sich nämlich nicht vorhersagen, wie die Zinsentwicklung in beispielsweise fünf Jahren aussieht. Auch das Vereinbaren von Sondertilgungen sollte bei einem Vertragsabschluß zur Sprache kommen, die meisten Kreditgeber lassen hier mit sich reden. Kombimodelle, zum Beispiel gekoppelt mit einer Lebensversicherung, die gern angeboten werden, sollte man vermeiden. Die Tilgung des Darlehens hat absoluten Vorrang und ist in der Regel die bessere Wahl, da Kreditzinsen stets höher sind als Sparzinsen. Also auch möglichst hohe Tilgungsraten einplanen, unter dem Strich macht sich das am Ende bezahlt. Das Internet ist hier sehr hilfreich und man findet viele Möglichkeiten, Zinsen und Tilgung zu berechnen. Den infrage kommenden Immobilienmarkt länger zu observieren, die Preise zu kennen und mit den eigenen Möglichkeiten abzugleichen sollte man bei ernsthaftem Interesse einfach zu seinem Hobby machen und nicht als lästig ansehen. Es kann ja auch etwas mit Vorfreude zu tun haben. Und wenn man mit der Zeit zum Immobilienprofi wird, kann das dem eigenen Traum vom Haus nur förderlich sein und diesen letztendlich wahr werden lassen.